Link zu Holicap.de - Freizeit und Reisen barrierefrei

Merkzettel

Objekte auf dem Merkzettel:

0
Link zu unserer Facebook-Seite Link zu unserem Youtube-Kanal

25.04.2017 - Mein Passau

Inklusion für ein besseres Miteinander

Veröffentlicht am Freitag, 25. April 2017

 

Passau. Inklusion bedeutet wörtlich übersetzt Zugehörigkeit - und somit das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall mitwirken kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.

„Wer beeinträchtigt ist, darf nicht zu gleich benachteiligt werden“

Mehr Zugehörigkeit. Mehr Selbständigkeit. Abbau von Hürden. Miteinander leben und lernen darf für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen deshalb kein Versprechen bleiben.

Aus diesem Grund setzt sich der Caritasverband für die Diözese Passau e.V. für das Thema Inklusion ein und ist damit in unserer Region Vorreiter auf diesem Gebiet. Gelebte Inklusion und Integration wird beispielsweise in den Caritas dreiflüsse-werkstätten Tag für Tag geschaffen. „Wir haben für die behinderten Menschen zeitgemäße Arbeitsbedingungen geschaffen“, erklärt Einrichtungsleiter Josef Wenk. In den „dreiflüsse-werkstätten“ (265) und den „donauhof-werkstätten“ (280) sowie in der angeschlossenen Förderstätte (33) werden 578 Frauen und Männer von einem engagierten Team betreut. Entscheidend sei es, sie „in ihren Fertigkeiten, Fähigkeiten, Neigungen und Wünschen entsprechend zu fördern“.

Dass sich der Caritasverband für die Diözese Passau e.V. verstärkt für das Thema Inklusion einsetzt, zeigte auch die Fachtagung „Mehr Inklusion in Gesellschaft und Region“, welche am 1. April in der Passauer Berufsschule stattfand. Irmgard Badura, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, betonte hierbei: „Inklusion ist eine Frage der Haltung“. Es gehe um eine Gesellschaft, „die Vielfalt als Chance sieht“, um einen „Perspektivenwechsel im Alltag“.

Jeder hat ein Recht auf freie Entfaltung

Über 150 betroffene Eltern und Menschen mit Behinderung, Fachleute und Politiker, haben die Lebenswirklichkeit in Familie, Kindertagesstätten, Schulen und Freizeit auf den Prüfstand gestellt. Das einhellige Fazit: wenn Inklusion keine Illusion bleiben soll, müssen zu allererst die Barrieren in den Köpfen und das Defizit-Denken überwunden werden. Dafür will die Caritas sensibel machen; gleichzeitig mit ihren Einrichtungen den Menschen mit Behinderung Lebensmöglichkeiten erschließen.

Michael Endres, der an diesem Tag sein Amt als Caritasdirektor im Bistum Passau antrat, meinte: „Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Entfaltung“. Bei den verschiedenen Entwicklungsschritten dieser Altersstufen müssten sie selbstbestimmt und individuell entscheiden und dann leben können. Mit den politisch Verantwortlichen will der Caritasvorstand das Thema Inklusion mit Blick auf das neue Bundesteilhabegesetz noch stärker verorten. Einen großen runden Tisch hatte die Caritas mit den Schulämtern von Stadt und Landkreis Passau sowie dem Sozialpädiatrischen Zentrum der Kinderklinik Dritter Orden organisiert. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich wies darauf hin: die Gesellschaft lasse sich „nicht auf Knopfdruck“ verändern. Es brauche eine ehrliche Debatte über konkrete Maßnahmen und deren Finanzierung. Der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Waschler kündigte ein „Bildungspaket“ an, um Inklusion bei allen 120 000 Lehrern in Bayern das Miteinander von Regelschulen und Förderzentren voranzubringen.

 

Diesen Artikel können Sie hier als pdf-Datei ansehen.

Quelle: Mein Passau